Die Dreikönigenschranke

Aufwändige Malereien

Dreikoenigsschranke

Dreikoenigenschranke1.1thmbDreikoenigenschranke1.2thmbDreikoenigenschranke1.3koelnDreikoenigenschranke1.4thmbDreikoenigenschranke1.5thmbDreikoenigenschranke1.6thmbDreikoenigenschranke1.7thmbZwischen 1332 und 1349 wurden die Innenseiten der Chorschranken mit aufwändigen Malereien versehen. Zur Darstellung kamen Szenen aus dem Leben ausgewählter Heiliger mit besonderer Beziehung zum Kölner Dom. Die mittlere Schranke der Südseite bietet eine weit über das biblische Geschehen hinausreichende Schilderung von Begebenheiten aus dem Leben der Heiligen Drei Könige und der Translationsgeschichte ihrer Gebeine, basierend auf apokryphen Texten und verschiedenen Legendenversionen des 12. bis 14. Jahrhunderts.

Der in seiner Ausführlichkeit einzigartige Bildzyklus beginnt mit der Sterndeutung der biblischen Magier, gefolgt von einer Anbetungsszene, die traditionelle Bildformeln aufgreift. Ohne Bildtradition ist hingegen die nächstfolgende, unter anderem in der Thomaslegende überlieferte Szene, in der der hl. Apostel Thomas die Könige zu Bischöfen weiht. Die Grablegung der Könige, die bereits mit einer Verehrung durch Kranke und andere Hilfesuchende einhergeht, unterstreicht ihre Bedeutung als Heilige. Nahezu die Hälfte des Zyklus entnehmend, skizzieren die letzten drei vom Bildaufbau fast identischen Szenen erstmals den Weg der Gebeine von ihrer Auffindung durch die hl. Helena bis zu ihrer Übertragung nach Köln.

Der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, der Friedrich Barbarossa auf einen Kriegszug nach Mailand begleitete und nach Eroberung der Stadt 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige vom Kaiser zum Geschenk erhielt, ist in der den Zyklus abschließenden Szene gemeinsam mit einigen zu seinem Empfang herbeigeeilten Kölner Bürgern neben dem geöffneten Dreikönigenschrein zu sehen. Dessen originalgetreue Wiedergabe ist die älteste bekannte Abbildung dieser bedeutenden Goldschmiedearbeit. Die italienisierende Hintergrundarchitektur der Szene zeigt, dass die ebenso qualitätvolle wie technisch aufwändige Malerei der Chorschranken künstlerische Einflüsse aus anderen europäischen Regionen aufweist, wobei die entsprechenden Bildmotive durch die zeitgenössische Buchmalerei übertragen worden sein dürften.

aus: "Die Heiligen Drei Könige" Darstellungen und Gesänge aus dem Kölner Dom, Verlag Kölner Dom