Die Dreikönigenreliquien im Dom

Aufstellungsorte

14 146 alte Schatzkamm

Wo im Alten Dom 1164 die Dreikönigenreliquien Aufstellung fanden, ist nicht bekannt. Mögliche Orte wären die Westkrypta, die Goldene Kammer oder bereits das Mittelschiff. Dort ist der Dreikönigenschrein im Zusammenhang mit dem Dombrand 1248 bezeugt. Nachdem der Dom in seinen Westteilen wiederhergestellt war, wurde der Schrein wohl vor der Trennmauer, welche die Reste der alten Kirche von der Baustelle des neuen Domchores abtrennte, platziert. Zur Weihe des Domchores am 27. September 1322 wurde er in feierlicher Prozession in die Achskapelle des Neubaues übertragen. Durch den Chorumgang konnten die Pilger, die bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts in großer Zahl zu den Gebeinen der Hll. Drei Könige kamen, am Schrein sowie an weiteren Gnadenbildern und Reliquien des Domes vorüberziehen und sie verehren. Regelmäßig wurde der Schrein geöffnet, die Reliquien den Gläubigen gewiesen und Pilgerzeichen und -zettel an den Häuptern der Könige angerührt und von den Pilgern als Berührungsreliquien mitgenommen.

8-Pilgerzettel ReliquienbildchenDie Zurschaustellung des Schreines in der Achskapelle scheint als Provisorium gedacht gewesen zu sein. Nach der Vollendung des Domes sollte er, wie Quellen seit dem 15. Jahrhundert belegen, dauerhaft in der Vierung Aufstellung finden. Daran gemahnte ein weithin sichtbarer vergoldeter Kupferstern, der außen über dem künftigen Aufstellungsort auf dem Giebel der Chortrennmauer angebracht war.

9-Westfassade-im-BauEr hat sich bis heute erhalten. Auch auf dem 1860 errichteten Vierungsturm prangt in Erinnerung an den geplanten Aufbewahrungsort der Dreikönigenreliquien ein vergoldeter Stern.

Um oder bald nach 1322 dürfte zum Schutz des Schreines eine Gitterkapelle entstanden sein, deren Aussehen durch Graphiken und Beschreibungen überliefert wird.

 

 

 

10-Der-Dreikoenigenschrein-in-der-AchskapelleZudem haben sich einige Gitter, die am barocken Mausoleum wiederverwendet wurden, erhalten. Die Gitter waren über einer ocker-roten Fassung aus Bleimennige teilweise vergoldet. Die vier Türchen der Vorderseite sind zudem mit aufgenieteten goldenen Sternen geschmückt. Über dem Gebälk der Fassade waren Skulpturen der Gottesmutter und der Hll. Drei Könige aufgestellt. Auf dem First des Walmdaches standen zwei Engel mit goldenen Sternen in ihren Händen. Bei einem Steinschlag 1434 wurde die Gitterkapelle beschädigt, für das Jahr 1597 ist eine weitere Renovierung belegt.

In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde das Gittergehäuse durch ein Marmormausoleum des Bildhauers Heribert Neuß ersetzt.

 

11-DreikoenigenmausoleumGestiftet wurde es vom Domkapitel und von Erzbischof Maximilian Heinrich (1650−1688), der wie die übrigen Erzbischöfe des 17. und 18. Jahrhunderts in einer Gruft unmittelbar vor der Kapelle seine letzte Ruhestätte fand. Auch das Mausoleum zeigt im Relief der Fassade die Anbetung durch die Könige. 

12-Dreikoenigenaltar ZuschnittDarüber prangt der Stern von Bethlehem. Auf dem Relief der Rückseite ist die Translation der Reliquien nach Köln dargestellt. 

 

 

13-Mausoleumrelief 2009 007

1699 schuf der Bildhauer Michiel van der Voort als weiteren Schmuck Skulpturen der hll. Nabor und Felix sowie eine Büste des hl. Gregor von Spoleto. In den 1760er Jahren wurde das Mausoleum durch prächtige schmiedeeiserne Leuchter und ein vergoldetes Spangengitter im Fenster der Fassade weiter ausgeziert.

 

 

14-146 alte SchatzkammNach dem Translationsfest 1864 fand der Dreikönigenschrein Aufstellung in der Schatzkammer des Domes; (Abb.14) erst seit dem Domjubiläum 1948 steht er erhöht hinter dem Hochaltar. − Das Mausoleum wurde 1889 abgebrochen. Fassade und Rückwand blieben jedoch erhalten. Erstere wurde 1920 zum Dreikönigenaltar (heute Altar der Schmuckmadonna) umgebaut. Letztere wird auf der Rückseite, im dahinter liegenden Raum, wiedererrichtet.

Matthias Deml